Übungen des täglichen Lebens

Liebe Eltern,

Übungen des täglichen Lebens wurden von Maria Montessori entwickelt, da die Kinder in ihrer Beobachtung ein Bedürfnis danach hatten, sich sinnvoll zu betätigen und sich diese Tätigkeiten, die sie tagtäglich bei ihren Eltern sehen, auf ihre Art und in ihrem Tempo anzueignen. In dieser Rubrik lehnen wir uns an die Idee von Maria Montessori an und bieten euch Ideen die einfach und leicht auch im Alltag umgesetzt werden können. 

EINE SCHÜTTÜBUNG  

TELEFONIERN KÖNNEN – EIN TELEFONAT ANNEHMEN

Beim Telefonieren kommt es auf Dinge an, die auch im Alltag und vor allem in der Schule wichtig sind: Die Fähigkeit, zu warten bis die Person gegenüber fertig gesprochen hat und das Gesagte wiederholen können. Zuhause können diese Fähigkeiten gut durchs Telefonieren geübt werden :-)

Heutzutage ist Telefonieren selbstverständlich einfacher als noch vor 20 Jahren – im Smartphone muss nur ein Bild angedrückt werden und derjenige wird angerufen. Auf dem Festnetz wird aus dem internen Telefonbuch einfach die passende Nummer gesucht – niemand muss sich heute noch Telefonnummern merken.

Trotz alledem kann das Telefonieren selber geübt werden:

1. Das Kind soll beim Annehmen des Telefonats erst sprechen, wenn das Telefon an seinem Mund ist – sonst hört der Anrufer vielleicht nur den halben Namen

2. Das Kind sollte seinen vollständigen Namen sagen (können)

3. Danach heißt es abwarten und zuhören, bis sich der Gegenüber meldet und sein Anliegen ausspricht

4. Das Kind soll Ihnen eine kurze Rückmeldung geben („Papa ist dran – er will dich sprechen“ oder „Es ist für mich – es ist meine Freundin Lena“)

 

Soll Ihr Kind jemanden anrufen und vielleicht etwas ausrichten, ist auch in diesem Fall wichtig:

  1. Erst sprechen, wenn der andere seinen Namen gesagt hat
  2. Das Kind soll seinen Namen sagen und danach sein Anliegen (geben Sie Ihrem Kind am Anfang nur kurze Aufträge wie z.B. „Sag Opa, wir kommen schon Mittags“)
  3. Das Kind soll Ihnen die Antwort wiedergeben
  4. Bevor es auflegt am Ende des Telefonats, soll es sich verabschieden

Da Kinder gerne selbständig etwas tun (möchten) und helfen wollen, wird ihnen dieses „Telefon-Training“ sicher Spaß machen!

 

 

SCHUHE RICHTIG HERUM ANZIEHEN

Hat ein Kind noch Schwierigkeiten, den passendem Schuh dem entsprechenden Fuß zuzuordnen, gibt es dafür einen kleinen Vers zur Unterstützung. Der Vers hilft dem Kind dabei, die Schuhe richtig herum vor sich hinzustellen und anzuziehen.

Stip und Stap, die haben sich gern,                                In jede Hand einen Schuh nehmen

weil sie zueinander gehör´n.

 

Küssen sich mit ihren Spitzen,                                         Die Schuhe so vor sich stellen, dass

wo sonst die dicken Zehen sitzen.                                  sich die Schuhspitzen genau an der

                                                                                              Stelle berühren, wo die großen

                                                                                              Zehen im Schuh sitzen

 

Küssen sich weiter und sie drehen,                                Die Spitzen weiter aneinander

bis sie Seit´ an Seite stehen.                                           drücken und die Schuhe langsam

                                                                                              zur Seite führen

Mit diesem Vers merken die Kinder relativ schnell, ob die Schuhe richtig stehen. Spätestens wenn die Schuhe zueinander drehen sollen (Seit´ an Seite), bemerken die Kinder, dass sich die Spitzen voneinander wegdrehen und die Schuhe somit verkehrt herum sind.

Viel Spaß beim Üben!                                                      

Aus "Das kleine 1x1 der Alltagskompetenzen" von Swana Seggewiß und Ulrike Menke

 

Anziehstraße
Bildrechte: Kathrin Riebow

Damit das morgentliche Anziehen vielleicht etwas leichter fällt, kommt hier, für Euch als Familie, ein kleiner praktischer Tipp, den ihr gerne mal testen könnt:

DIE ANZIEHSTRASSE

 

Entweder ihr sucht gemeinsam mit Euren Eltern am Abend bereits die Kleidung für den nächsten Tag raus, oder lasst euch morgens einfach von Euren Eltern überraschen was sie für Euch ausgesucht haben.

Legt die Anziehstraße einfach vor euer Bett, aber Achtung legt es so, dass ihr nachts nicht drüber stolpert.

Wacht ihr morgens auf, könnt ihr kinderleicht, nach und nach alles anziehen.

Was meint ihr, welch großen Augen eure Eltern machen, wenn ihr morgens bereits komplett angezogen vor ihren Betten steht. :-)

 

Probiert es doch einfach mal aus.

Liebe Grüße und viel Spaß wünscht Euch Kathrin